{"id":192,"date":"2023-03-08T10:22:15","date_gmt":"2023-03-08T09:22:15","guid":{"rendered":"https:\/\/theobald-media.de\/?p=192"},"modified":"2023-04-28T10:24:23","modified_gmt":"2023-04-28T09:24:23","slug":"die-besorgten-buerger-und-die-gruene-energie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/theobald-media.de\/?p=192","title":{"rendered":"Die besorgten B\u00fcrger und die gr\u00fcne Energie"},"content":{"rendered":"<p>Immer mehr sogenannte \u201eEnergieexperten\u201c machen es den Zeitungslesern schwer, Fakten von ideologischem Denken zu unterscheiden. Bedenkentr\u00e4ger, die oft mit dem Faktor \u201ebeleidigte Leberwurst\u201c Politiker kritisieren und ihr pers\u00f6nliches Schicksal \u00fcber die Gemeinschaft stellen, versuchen so ihre Nachbarschaft zu beeindrucken. Mit dem Satz: \u201eIch bin immer f\u00fcr alternative Energie gewesen, aber\u2026\u201c, er\u00f6ffnen diese \u201ebesorgten B\u00fcrger\u201c oft das Gespr\u00e4ch. Und es ist selbstverst\u00e4ndlich, dass dabei der CDU-Abgeordnete der Gute ist, denn unter Kanzlerin Merkel war \u00d6l und Gas billig, sowie Atomkraft CO2-frei. Stimmt, h\u00e4tte uns das Putin-Regime nicht erpresst und w\u00e4re Fukushima nicht in die Luft geflogen, k\u00f6nnten wir heute nicht so engagiert \u00fcber Geothermie diskutieren.<\/p>\n<p>Bleiben wir mal bei der Atomkraft: Allein die Tatsache, dass die 24.000 Tonnen nichtstrahlender (also keine Radioaktivit\u00e4t) Schutt aus dem R\u00fcckbau des Kernkraftwerks Philipsburg keiner haben will, ist ein politisches Dilemma der mitregierenden CDU im L\u00e4ndle. Sie wollten die Abf\u00e4lle im Enzkreis lagern, d\u00fcrfen dies laut VGH aber nicht. Jetzt liegt der M\u00fcll rum. Daran erkennt man, dass dreckige Energieerzeugung \u00fcberhaupt nicht mehr gewollt ist und abgelehnt wird.<\/p>\n<p>Wollen wir also bis 2045 klimaneutral werden, sind Heizmethoden gefragt, die keine CO2-Emissionen erzeugen und trotzdem bezahlbar sind. Eine Alternative ist die Nutzung der Erdw\u00e4rme, die das hei\u00dfe Innere unseres Planeten zur Verf\u00fcgung stellt. Bislang wird sie in Deutschland nur sp\u00e4rlich genutzt, es gibt gerade mal 42 Kraftwerke. Zusammen leisten sie 360 Megawatt, das ist nicht mehr als heute ein einziges gr\u00f6\u00dferes Kohleheizkraftwerk. Unterirdische Hei\u00dfwasser-Reservoirs gibt es auch nicht \u00fcberall, sondern nur in bestimmten Regionen, vor allem in Norddeutschland, Rhein\/Ruhr, am Oberrheingraben und im M\u00fcnchener Raum. Also, Kohlekraftwerke abschalten, Geothermie und Windkraft Ausbau beschleunigen.<\/p>\n<p>Und ja, der Verbrenner tr\u00e4gt ebenso dazu bei, dass unsere Umwelt gesch\u00e4digt wird. Entsprechend muss der Verkehrssektor als drittgr\u00f6\u00dfter Verursacher von Treibhausgasen umgekrempelt werden. Die immer weiter sinkenden CO2-Grenzwerte f\u00fcr die Flotten der Autohersteller lassen sich nur mit einem gr\u00f6\u00dferen Elektroanteil ausgleichen. Und E-Fuels sind nicht die L\u00f6sung! Das International Council on Clean Transportation (ICCT) h\u00e4lt E-Fuels schlicht f\u00fcr \u201ereine Verschwendung von \u00d6kostrom\u201c. W\u00e4hrend bei E-Autos bis zu 95 Prozent des Stroms verfahren werden kann, gehen bei der Produktion von E-Fuels rund 50 Prozent der gr\u00fcnen Energie verloren.<\/p>\n<p>ICCT, ist \u00fcbrigens eine gemeinn\u00fctzige Organisation, die durch die Aufdeckung des VW-Abgasskandals bekannt wurde. Sie hat die H\u00f6he der Emissionen \u00fcber die gesamte Lebensdauer eines PKWs ausgerechnet. Das Ergebnis: Reine Elektroautos sto\u00dfen in der Kompaktklasse, zu welcher beispielsweise der VW Golf geh\u00f6rt, 66 bis 69 Prozent weniger Treibhausgase aus, als ein vergleichbarer Benzin-Verbrenner. Deshalb werden jetzt E-Auto mit leistungsstarken Batterien gebaut. Relevante Rohstoffe sind Kobalt, Nickel, Mangan, Graphit und haupts\u00e4chlich Lithium. Bei der Gewinnung von Lithium aus Salzseen in Chile, Argentinien und Bolivien stellt die Wasserverknappung bei schon bestehender Wasserknappheit die gr\u00f6\u00dfte Sorge dar. Eng verkn\u00fcpft mit dieser Frage sind Konflikte mit ortsans\u00e4ssigen indigenen Bev\u00f6lkerungsgruppen.<\/p>\n<p>Sch\u00e4tzungen zufolge soll der europ\u00e4ische Lithiumbedarf bis 2030 um das 18-fache steigen. Um einer Abh\u00e4ngigkeit von s\u00fcdamerikanischen L\u00e4ndern entgegenzuwirken, wollen Geothermie-Unternehmen eine direkte Lithiumextraktion (DLE) und die Energiegewinnung zusammenbringen. Damit kann die Unabh\u00e4ngigkeit des europ\u00e4ischen Wirtschaftsstandorts und der Batterieindustrie gesichert und gest\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p>Und an alle die, die jetzt den Untergang des Abendlandes vor sich sehen: Umweltpolitik ist ein Innovationstreiber f\u00fcr unsere Wirtschaft, Umwelttechnologie schafft Besch\u00e4ftigung und Zukunft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer mehr sogenannte \u201eEnergieexperten\u201c machen es den Zeitungslesern schwer, Fakten von ideologischem Denken zu unterscheiden. Bedenkentr\u00e4ger, die oft mit dem Faktor \u201ebeleidigte Leberwurst\u201c Politiker kritisieren und ihr pers\u00f6nliches Schicksal \u00fcber die Gemeinschaft stellen, versuchen so ihre Nachbarschaft zu beeindrucken. 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