Telekom – warum so kompliziert?

Glasfaser in alle Wohnung, das wäre was zu Weihnachten. Aber nachdem es die Deutsche GigaNetz in Schwetzingen versucht hat, macht jetzt die Telekom mit Hausbesuchen weiter. Klar ist, Glasfaser ist robuster als das kupferbasierte Netz. Das ist bei sicherheitsrelevanten Anwendungen oder Streaming-Diensten von Vorteil. Zudem spart es Energie und ist vergleichsweise klima- und umweltfreundlich.

Tatsächlich beschloss die SPD 1981, Deutschland flächendeckend mit Glasfaser zu versorgen. Leider stoppte Helmut Kohls CDU den Glasfaser‑Masterplan für die BRD. Stattdessen flossen Milliarden in Kupfer‑Kabelnetze für Kabelfernsehen und Privatfernsehen. Die letzte Pleite hatten wir vor ein paar Tagen mit dem RNF.

Seitdem haben wir ein lahmes und teures Netz. Nun geht die Telekom in die Offensive und schickt Vertriebsmitarbeiter in die Schwetzinger Häuser um Glasfaseranschlüsse anzubieten. Auch zu uns kam ein junger, freundlicher Mann mit Telekom-Ausweis, der uns von dem Vorhaben erzählte. Da wir eine Eigentumswohnung besitzen, fragte ich ihn nach der Verlegung der Glasfaserleitung, da wir ausschließlich Kupferleitungen im Haus haben – und diese, natürlich unter Putz. Er meinte daraufhin, dass ein „Bauleiter“ die Immobilie inspiziert und, dass er immer eine Lösung finden würde. Über eventuelle Baumaßnahmen konnte er mir keine Auskunft geben, versprach mir aber, dass der Glasfaservertrag nur dann zustande käme, wenn der „Bauleiter grünes Licht“ gegeben hätte. Er nahm also unsere Daten auf, schloss einen Vertrag und verwies auf den „Bauleiter“, der dann irgendwann kommen sollte.

15 Minuten später meldete sich der Vertrieb der Telekom, informierte mich über den Vertrag und bedankte sich für meine Auftragsvergabe. Ich wies nochmal auf das Gespräch mit dem Vertriebsmitarbeiter hin und fragte, wann denn der „Bauleiter“ der Telekom zu uns kommen würde. Leider gab es dazu keine Antwort, aber die Ankündigung einer Auftragsbestätigung, die auch schon während unseres Telefonats im E-Mail-Postfach landete. Ich hatte ein FTTH-Produkt bestellt, das steht für „Fiber To The Home“ und beschreibt einen Glasfaseranschluss, bei dem die gesamte Strecke vom Netzbetreiber bis in die Wohnung per Glasfaser realisiert wird. Von einem „Bauleiter“ keine Zeile.

Als Anlage zur Auftragsbestätigung wurde eine Beschreibung über die „Kommunikationsstrecke“ beigelegt, gemeint war eine Beschreibung, dass unsere Glasfaserleitung vom Eintrittspunkt bis zu 3 Meter in der Wohnung verlegt würde und dass alles andere ca. 300 Euro kosten sollte. Dann bemühte ich die Hotline. Ein freundlicher Telekom-Mitarbeiter erklärte mir, es käme kein „Bauleiter“, es würde aber eine Begehung mit der Hausverwaltung stattfinden. Die wiederum bräuchte einen Mehrheitsbeschluss der Wohnungseigentümer unseres Objekts und dann würden im Auftrag der Telekom „normaler Weise“ Kabelkanäle durch den Flur gelegt. Ich habe den Auftrag widerrufen.

Liebe Telekom, wie wäre es, wenn ihr zuerst die entsprechenden Hausverwaltungen informiert, mit ihnen eine Begehung vereinbart und dann inklusive technischer Erklärung die Kunden akquiriert?

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