Handyparken und die Digitalisierung

Wenn Rudolf Lenk beklagt, dass ihm niemand bei der Digitalisierung hilft, ist er wahrlich nicht alleine. Es gibt auch viele, die 20 Jahre später geboren sind und sich schwertun. Und hier ist die Kommune gefordert – drückt sich aber vor der „Altenhilfe“. Bei der „Jugendhilfe“ ist das anders und rechtlich wirksam.

Deshalb muss die Altenhilfe auf das Niveau der Jugendhilfe gehoben werden, weil ältere Menschen strukturell deutlich schlechter abgesichert sind, obwohl ihre gesellschaftliche Bedeutung stetig wächst. Während die Jugendhilfe in einem eigenen, sehr detaillierten Gesetzbuch (SGB VIII) geregelt ist, bleibt die Altenhilfe rechtlich fragmentiert und häufig nur als „Kann‑Leistung“ der Kommunen ausgestaltet.

In der Kinder- und Jugendhilfe gibt es klare Rechtsansprüche, definierte Zuständigkeiten der Jugendämter und ein breites Spektrum an Pflichtleistungen, die junge Menschen und ihre Familien wirksam schützen und fördern sollen. Die Altenhilfe hingegen basiert im Kern auf einer vergleichsweise schwachen Norm im Sozialhilferecht, mit großen Ermessensspielräumen für die Kommunen und ohne gleichwertige verbindliche Leistungsansprüche für ältere Menschen.

Frühzeitige, gut ausgebaute Altenhilfe – etwa durch Beratung, Quartiersarbeit, Begegnungsstätten, soziale und kulturelle Angebote, Unterstützung im Alltag – verhindert Vereinsamung, psychische Krisen, Pflegebedürftigkeit und stationäre Unterbringung. Was in der Jugendhilfe längst als Investition in die Zukunft verstanden wird, muss im Bereich Alter als Investition in Würde, Gesundheit und Teilhabe im letzten Lebensabschnitt anerkannt werden.

Wenn Schwetzingen Kinder mit einem dicht geknüpften Hilfesystem absichert, ältere Menschen aber weitgehend auf das „Ob“ und „Wie“ kommunaler Freiwilligkeit verweist, entstehen faktisch Altersklassen erster und zweiter Ordnung – das widerspricht dem Gleichheitsgedanken des Sozialstaats.

Damit verhindert wird, dass die Kommune die Lebensphase Alter auf Pflegefälle und Kostenfaktoren reduziert, statt als aktive, förderungswürdige Phase ernst nimmt, wenden Sie sich Herr Lenk an den Bürgermeister ihrer Wahl, oder an einen entsprechenden Gemeinderat. Wenn das nicht helfen sollte, dann bleiben ihnen noch die grünschwarzen Landtagsabgeordneten Baumann und Sturm. Die sind jeden Tag in der Zeitung und wollen unbedingt wiedergewählt werden!

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